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16. November 2013

Erdmieten

Bergedorfer Zeitung vom 16. November 2013:

»Zurück zu den Wurzeln«

Lagerhaltung – In Erdmieten bleibt Gemüse monatelang knackig-frisch

Von Jule Monika Witt. Ochsenwerder. Eine sehr alte Form der Lagerhaltung erweckt Thomas Sannmann in seiner Demeter-Gärtnerei zu neuem Leben. Zum ersten Mal lässt er Möhren in Erdmieten überwintern. Die Vorteile dieses arbeitsintensiven Verfahrens klingen überzeugend: Die Energiekosten für Kühlhäuser fallen weg, „das Gemüse lebt weiter, bleibt frisch und knackig und entwickelt im Laufe der Wintermonate mehr Süße“, sagt der Gärtnermeister.

Zehn Tonnen samenfeste Möhren – das entspricht etwa 1000 Plastikkisten – verschwinden in diesen Tagen unter einer dicken Erdschicht. „Wichtig ist, dass die Sandmöhren nach der Ernte nicht gewaschen werden“, sagt der 54-Jährige, „damit die Schale unversehrt bleibt.“

Anschließend wird das Wurzelgemüse in Plastikkisten gepackt, die auf dem Boden hintereinander aufgereiht werden. Der Boden wurde zuvor etwa 15 Zentimeter tief ausgehoben. „Diesen Aushub kann man nutzen, um die danebenliegende Miete zu bedecken“, sagt Sannmann.

Bevor es aber so weit ist, kommt Sand auf die Möhren. Er verhindert, dass sich die Erde um die Früchte legt. Anschließend sollte möglichst kleinmaschiger Draht über die Kisten gespannt werden, um die Wurzeln vor hungrigen Nagern zu schützen.

Nun können die Kisten unter einer etwa 20 Zentimeter dicken Erdschicht verschwinden. „Sie schützt die Wurzeln bis zu etwa minus 10 Grad vor Frost“, sagt Sannmann. Sollten die Temperaturen noch weiter sinken, empfiehlt sich, die Mieten mit einer zusätzlichen Strohschicht zu isolieren.

Je nach Bedarf können so während des Winterhalbjahres jederzeit frische Möhren aus den Erdlagern geholt werden. „Während Wurzeln im Kühlraum langsam sterben, weil sie immer mehr Feuchtigkeit verlieren, leben sie in der Erdmiete weiter, weil sie durch die Erdfeuchte ausreichend versorgt werden“, sagt der Gärtnermeister.

Dieses Verfahren führt sogar dazu, dass die Wurzeln im Frühjahr neues Kraut austreiben. „Erdmieten sollten immer gut beobachtet und kontrolliert werden“, sagt Sannmann. Denn genauso schädlich wie Frost ist zu viel Wärme für das Gemüse. Dann bildet sich schnell Schimmel. Auch sollte darauf geachtet werden, nicht gerade in einer Bodensenke eine Erdmiete anzulegen. Besser geeignet ist vielmehr eine kleine Erhebung, damit Regenwasser gut ablaufen kann.

Alle Knollen- und Wurzelgemüse kommen für diese Form der Lagerhaltung infrage: Kohlrabi, Knollensellerie, Karotten, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Rettich, Radieschen, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Speiserüben, Steckrüben, Topinambur und Zuckerwurzeln.

Thomas Sannmann testet diese alte, vielversprechende Lagerhaltung zunächst mit Wurzeln. Den Tipp erhielt er übrigens von seinem Vater Willy, der früher auch mit diesem Verfahren gearbeitet hat. „Bis in die 1930er-Jahre waren Erdmieten und -löcher eine gängige Form der Lagerhaltung“, sagt der Demeter-Gärtner.

 

 

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