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07. September 2013

Kompost-Seminar

Bergedorfer Zeitung vom 7. September 2013:

»Gesunde Erde ist überlebenswichtig«

Klimaschutz – Humus bindet Kohlenstoff – Kompost-Experten unterrichten Demeter-Gärtner

Von Jule Monika Witt. Ochsenwerder. Weniger wäre oft mehr. Das gilt auch für die Landwirtschaft. „Der Boden ist das Verdauungsorgan – der Magen – der Pflanze. Wenn wir den ‚Magen’ überlasten, dann kriegt der Boden Durchfall, die Pflanze kriegt Probleme“, sagt der Schweizer Kompostberater Urs Hildebrandt.

Gemeinsam mit seiner Frau Angelika Lübke-Hildebrandt, einer Ökologin, führt er in Österreich ein Beratungsunternehmen, das sich dem Schutz der Umwelt und der Förderung von Bodenfruchtbarkeit widmet. Die beiden leiteten jetzt ein viertägiges Kompost Seminar, an dem vor allem Demeter-Gärtner teilnahmen. Der theoretische Teil wurde im Fährhaus Tatenberg vermittelt, der praktische in der Gärtnerei Sannmann.

Thomas Sannmann nahm schon früh eine Vorreiterrolle ein – auch im Demeter-Verband. Der Gärtnermeister aus Ochsenwerder stellt bereits seit etwa 15 Jahren seine eigene Komposterde her, schaffte sich dafür eigens eine Rinderherde an.

In einer Handvoll gesunder Erde leben mehr Organismen als Menschen auf der Welt. Der Einsatz von Gülle führt aber zum weitgehenden Verschwinden der aeroben (sauerstoffliebenden) Mikroflora.

So hält Hildebrandt auch nichts vom Düngen, schon gar nicht mit Gülle. „Es geht darum, Pflanzen zu ernähren – mit Vitaminen, Enzymen und allem, was sie brauchen“, sagt der Experte.

Gerade diese Mikroflora ist die „Hilfsarbeiterin für die Pflanzen“ und nur sie kann Humus aufbauen. Die aeroben Lebewesen haben ähnliche Bedürfnisse wie Menschen und Tiere: Sie brauchen Sauerstoff, Nahrung und Wasser – dann setzen diese Organismen die Organik des Bodens in einer optimalen Weise um. „Humusaufbau funktioniert nur, wenn das Bodenleben intakt ist“, sagt Hildebrandt. Wobei er unter Humus die „tote organische Bodensubstanz“ versteht – also alles, was einmal gelebt hat.

Die Realität sieht anders aus. Weltweit nimmt der Humusgehalt der Böden ab. Mit dem Humusabbau sinkt gleichzeitig der Gehalt an organisch gebundenem Kohlenstoff. Die Folge: Aus dem Kohlenstoff wird das klimaschädliche Kohlendioxid.

Urs Hildebrandt ist in der ganzen Welt unterwegs, um in puncto gesunde und fruchtbare Komposterde zu beraten. Gerade war er in Mexiko, davor im Oman und in der Schweiz. „In Usbekistan ist es uns gelungen, den Ertrag der Baumwoll-Ernte um 60 Prozent zu erhöhen – nur durch Komposterde“, sagt er.

Mit seinen Seminarteilnehmern legte er ebenfalls eine Kompostmiete an. Schon am zweiten Tag herrschte unter der Kuppe eine Temperatur von 56 Grad Celsius. Die Wärme bewirkt eine Hygienisierung, schädliche Keime sterben ab. Mehr als 65 Grad Celsius sollte die Temperatur im Komposthaufen, der im Idealfall 1,50 Meter in der Höhe und bis zu drei Meter in Länge und Breite misst, aber nicht haben.

Wird es heißer, muss zusätzlich gelüftet, das heißt, die organischen Stoffe müssen mehr als einmal täglich gewendet werden. Der Haufen sollte mit Vlies abgedeckt werden. Die Hülle ermöglicht den Gasaustausch, schützt aber vor zu viel Nässe.

Eine detaillierte Beschreibung für das Anlegen einer Miete von einem Kubikmeter liefert das „Kompostrezept“, das die Gärtnerei unter www.sannmann.com, anbietet. Geduld und Pflege sind dabei ebenso gefragt wie ständiges Ausprobieren.

 

 

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